Die Rudelsburg
Der Anblick des Burgenpaares Saaleck und Rudelsburg ist einer
der malerischsten des mittleren Saaletales. Die Höhenplatte des Burggeländes auf mächtigem Kalksteinuntergrund, 80 Meter über dem Saalespiegel gelegen, ist seit urdenklichen Zeiten mit Lebensspuren unterschiedlicher Volksstämme behaftet.
Alter und Gründer der Rudelsburg sind nicht genau bekannt, sie wird
1172 erstmalig erwähnt und war wohl als Grenzburg und später
als Schutzburg für die im Tal vorbeiführende Via Regia bestimmt. Urkundliche Belege Naumburgs besagen, dass eine Fehde zwischen der Stadt und den Bewohnern der Rudelsburg sich entwickelte, die gütlich trotz mehrerer Verhandlungen in Naumburg nicht beigelegt werden konnte. Die Insassen der Vorburg, aus der näheren Umgebung stammende Dienstadlige, hatten zuweilen Handelsstraßen im weiterem Umfeld belagert, Kaufleute um ihren Besitz erleichtert.
1348 setzten die Naumburger Bürger dem Treiben ein Ende und zerstörten die Vorburg. In den Wirren des 30jährigen Krieges brannte sie aus und zerfiel
danach immer mehr. Ihre Bewohner siedelten nach Kreipitzsch über,
und aus schwertgewohnten Rittern wurden Ackerbauern.
Von 1671 bis 1774 gelten die Edlen von Kreutz(en) als Besitzer der Burg.
1827 wurde im alten Gemäuer eine erste Schänke eingerichtet und der dienstbare Wirt Samiel bewirtete darbende Wanderer mit Speck und Wein
aus heimischen Anbau. Sein Bier und seine Schinkenbrote waren legendär geworden, den Schinken soll er dünner geschnitten haben als der Hauch auf einer Fensterscheibe. 1848 wurde in Jena der KSCV (Kösener Senioren Convent Verband) gegründet.
Danach traf man sich alljährlich Pfingsten auf der Rudelsburg.
Die heutigen Gasträume wurden ab 1871 mit Spendenmitteln aus dem ganzen Reich ausgebaut. Seit dieser Zeit ist die Burg beliebtes Ausflugsziel.
1991/1992 wurde die Rudelsburg umfassend saniert, so dass wir die Besucher ganzjährig begrüßen können. Die Denkmäler vor der Rudelsburg wurden von den Kösener Corpsstudenten ab 1990 umfassend saniert.
Das 1895 errichtete Bismarckdenkmal wurde in der DDR Zeit entfernt.
Dank der Spenden der Kösener Corpsstudenten konnte am 01. April 2006
das Bismarckdenkmal wieder eingeweiht werden.
2018 übernahm Thiemo von Creytz als neuer Pächter die Rudelsburg und so kehrt nach 244 Jahren ein Nachfahre der Familie von Kreutz auf die Rudelsburg zurück